Meerrettich - die scharfe Spezialität

Er rührt uns zu Tränen und schmeckt doch unvergleichlich gut: Meerrettich ist das ideale Gemüse, um fit durch den Winter zu kommen. Es gibt ihn im Glas und in der Tube, aber auch ganz frisch vom Wochenmarkt. Meerrettichstangen sehen aus wie eine sehr lange Möhre, bäunlich und mit Rillen. Eine winterliche Schönheit ist die Wurzel nicht, aber ihre inneren Werte überzeugen. Schon im Mittelalter wurde die Heilwirkung des Meerrettichs bei Erkältungen geschätzt. Er enthält reichlich Vitamin C und B, Mineralstoffe und ätherische Öle, wie Senföle.
Österreichische Spezialität
Der österreichische Küchenchef Alexander Tschebull verarbeitet Meerrettich in seinem Hamburger Restaurant stangenweise. Das sei einer der wichtigsten Bestandteile der österreichischen Küche, sagt er. Zu gekochtem Rindfleisch, Roten Rüben oder auch zu Fisch gehöre frischer Meerrettich oder Kren, wie er in Österreich heißt. "Ich glaube, es gibt zwei Küchen, wo das so bedeutend ist. Das ist die österreichische und die japanische Küche mit dem Wasabi", so Tschebull. Der Koch schält die braune Schale sorgfältig ab und bereitet die weiße Stange so zum Reiben vor. Dabei beißt das scharfe Aroma in der Nase.
Kartoffel-Meerrettich-Pürre
Bei Tschebull gibt es Apfelkren, eine typische österreichische Spezialität zum Tafelspitz. Er besteht aus frischen, säuerlichen Äpfeln, frisch geriebenem Meerrettich, Salz, Pfeffer, Zitrone und einem kleinen Teelöffel Meerrettich aus dem Glas. Der rundet den Geschmack ab und hält die Farbe besser. Es lohne sich, mit frisch geriebenem Meerrettich in der Küche zu experimentieren, meint Tschebull. Er schwärmt von einem Hauch Meerrettich im Rote-Beete-Salat und hat noch eine weitere Empfehlung aus seiner Gourmetküche: Kartoffel-Meerrettich-Püree. Dazu gibt er wieder die Kombination aus wenig zubereitetem und viel frischem Meerrettich in ein gutes Kartoffelpüree. Abgeschmeckt und mit etwas frisch geschnittenem Schnittlauch passe das sehr gut zu geschmortem Lamm oder gebratener Blutwurst.






