16.02.2010 00:00 Uhr
Zugunglück: Bergungsarbeiten unterbrochen
Brüssel: Die Bergungsarbeiten nach dem schweren Zugunglück in Belgien sind mit Einbruch der Nacht unterbrochen worden.
Die Behörden gehen mittlerweile davon aus, dass in den Trümmern keine Opfer mehr liegen. Damit sind bei der Bahnkatastrophe 18 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 160 wurden verletzt. Unter den Toten ist auch der Lokführer eines der beiden Unglückszüge. Die Regionalbahnen waren am Vormittag nahe der belgischen Ortschaft Halle, rund 15 Kilometer südwestlich von Brüssel zusammengestoßen. Möglicherweise hatte ein Zugführer das Stoppsignal übersehen.
Union und FDP streiten weiter über Hartz IV
Berlin: FDP-Generalsekretär Lindner hat nach den heftigen Reaktionen auf die Hartz IV-Äußerungen von Parteichef Westerwelle Kritik aus der CDU zurückgewiesen.
Die Freien Demokraten hätten eine gesellschaftliche Debatte über soziale Gerechtigkeit angestoßen, für die der Union seit Jahren der Mut fehle, sagte Lindner. FDP-Chef Westerwelle fordert eine Generaldebatte im Bundestag über das Thema soziale Gerechtigkeit. Vize-Regierungssprecher Steegmans wies darauf hin, dass die nächste Gelegenheit dazu die Verabschiedung des Bundeshaushalts am 17. März sei. CDU-Generalsekretär Gröhe rief den Koalitionspartner FDP zur Mäßigung auf.
Westerwelle hatte in der Diskussion über Änderungen an den Hartz IV-Regelsätzen unter anderem sozialistische Entwicklungen beklagt. Kanzlerin Merkel hat sich von der Wortwahl des FDP-Chefs distanziert.
Wieder Zivilisten bei ISAF-Angriff getötet
Kabul: In Afghanistan sind durch Militäraktionen der internationalen Schutztruppe ISAF erneut mehrere Zivilisten ums Leben gekommen.
Wie die NATO mitteilte, starben in der Provinz Kandahar fünf Unbeteiligte bei einem Luftangriff der ISAF. Die Soldaten hätten sie für Aufständische gehalten, die Sprengfallen verstecken wollten. Zwei weitere Zivilisten seien bei dem Bombenangriff verletzt worden. In der Provinz Helmand, in der ausländische Truppen derzeit eine Großoffensive gegen die Taliban durchführen, kamen drei Menschen ums Leben. Sie seien versehentlich erschossen worden, hieß es. Erst am Wochenende waren bei der Militäraktion zwölf Unbeteiligte getötet worden, deren Haus von einer fehlgeleiteten Rakete getroffen wurde. Anschließend hatte die ISAF zugesichert, die afghanische Zivilbevölkerung besser zu schützen.
Geschlossene Psychiatrie für Amokläufer von Rostock gefordert
Rostock: Nach dem Amoklauf in der Hansestadt ist der mutmaßliche Täter in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingeliefert worden.
Das Amtsgericht ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Unterbringung des 50-Jährigen in der Klinik an. Der Rostocker wird für schuldunfähig gehalten. Bei der richterlichen Vernehmung hatte er die Taten gestanden. Der Mann war gestern aus seiner Wohnung auf die Straße gelaufen und hatte mit einem Küchenmesser auf einen Passanten eingestochen. Eine Frau, die dem Opfer zu Hilfe kommen wollte, wurde ebenfalls von dem Mann angegriffen. Beide Opfer starben an ihren Stichverletzungen.
Weitere Missbrauchsfälle am Canisius-Kolleg
Berlin: Der Skandal um sexuellen Missbrauch an katholischen Gymnasien des Jesuiten-Ordens nimmt immer größere Ausmaße an.
Die von dem Orden beauftragte Rechtsanwältin Raue teilte mit, es gebe inzwischen bundesweit Hinweise auf rund 100 Verdachts-Fälle. Der Orden zeigte sich bereit, über Entschädigungszahlungen zu sprechen. Ausgelöst worden war der Fall durch Berichte über das Canisius-Kolleg in Berlin. Der Direktor hatte öffentlich gemacht, dass es an der Schule in den 70er und 80er Jahren sexuelle Übergriffe durch zwei Patres gegeben hat.
Rosenmontagsumzüge im Rheinland
Köln: Im Rheinland haben die Rosenmontagsumzüge trotz eisiger Kälte wieder Millionen Menschen angelockt.
In den Karnevals-Hochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz nahmen die Teilnehmer vor allem internationale Politiker wie US-Präsident Obama oder Italiens Regierungschef Berlusconi aufs Korn. Aber auch Vertreter der schwarz-gelben Koalition - allen voran FDP-Chef Westerwelle - wurden zur Zielscheibe karnevalistischen Spotts. Auch in Norddeutschland wurde Karneval gefeiert. Bei der größten Rosenmontags-Veranstaltung im schleswig-holsteinischen Marne zogen mehrere tausend Jecken durch die Stadt.
Fußball
Duisburg: In der zweiten Fußball-Bundesliga hat der 1.FC Kaiserslautern die Tabellenspitze zurückerobert.
Den Pfälzern reichte ein 1:1-Unentschieden beim MSV Duisburg, um wieder am FC St. Pauli vorbeizuziehen. Die Hamburger treten am kommenden Montag zum Spitzenspiel in Kaiserslautern an.
Das Wetter:
Überwiegend stark bewölkt, örtlich Nebel und meist trocken. Minus 4 bis minus 11 Grad.
Am Tage dich bewölkt, gebietsweise Sonnenschein und weitgehend trocken, an der Ems ist Schneefall möglich. Minus 6 Grad um Schwerin und bis 0 Grad an der niederländischen Grenze.
Die weitere Aussichten:
Am Mittwoch dicht bewölkt, teils auch Sonnenschein und weitgehend trocken, minus 4 bis plus 1 Grad.
Am Donnerstag dicht bewölkt, zeitweise etwas Schnee, Schneeregen oder Regen, 0 bis plus 3 Grad.